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Ferientour 1993: Schwarzwald

Am Morgen des 9. August, um ca. zwei Minuten vor fünf Minuten nach halb Zehn, zog ein Rudel von 16 radsportbegeisterten RMVlern los. Hinter ihnen lagen die Überreste des Frühstücks bei Eilingers, vor ihnen die Überreste eines einstigen Hochgebirges, der Schwarzwald. Nach einer langen Einrollstrecke durch den Thurgau führte uns die wunderschöne Holzbrücke bei Rheinau ins Klettgau. In Hallau luden uns Verwandte von Eilingers, die Familie Alder, zu einem Zmittag ein. Zuvor musste aber noch der Hallauerberg erklommen werden, nach dem Motto: ohne Fleiss keine Pizza. Nach diesem gemütlichen Intermezzo ging's auf gut ausgebauten Strassen weiter Richtung Berge. Es folgte eine Verfolgungsjagd auf Biegen oder Brechen, die mehrere Opfer forderte, u.a. die Elektronik von Martins Velo. Doch schliesslich kamen alle wohlbehalten in Menzenschwand an, wo wir gleich die heimelige Jugi in Beschlag nahmen.

Am nächsten Morgen genügte ein Blick durchs Fenster, um das Velofahren sofort wieder zu vergessen. Den an diesem Tag vorgesehenen Besuch bei Patrick Buschor im Spital Laufenburg konnten wir aber dennoch abstatten, allerdings auf vier statt auf zwei Rädern. Wir hatten Glück, erfuhr Patrick doch während unserer Anwesenheit, dass er anderntags ins Spital Wil überführt werde. Diese Strecke wäre dann doch etwas zu weit gewesen für uns.

Am Mittwoch zeigte sich das Wetter etwas freundlicher, so dass wir uns entschlossen, Freiburg im Breisgau unsere Aufwartung zu machen. Gleich zu Beginn zeigte sich wieder einmal, dass kein Hindernis für uns zu schwierig sein kann. Was ein Wanderer kann, können wir schon lange! Nach einer längeren Abfahrt erreichten wir die Hauptstadt des Schwarzwalds mit seinem weltbekannten Dom. Frisch verpflegt nahmen wir den längsten Aufstieg der gesamten Tour in Angriff. Zwölf Kilometer Steigung führten uns auf den Schauinsland, wo uns tatsächlich eine prächtige Aussicht für die Mühe belohnte. Beinahe so schnell wie Rudolf Carraciola fuhr Martin die ehemalige Rennstrecke hoch, aber auch alle andern zeigten bravouröse Leistungen. Nachdem uns lauwarmer Milchkaffee wieder auf die Beine geholfen hatte, nahmen wir den Heimweg nach Menzenschwand in Angriff.

Anderntags stieg unsere gute Seele Hansueli ebenfalls auf den harten Velosattel. Sein Sicherheitsabstand von anfangs drei Metern vergrösserte sich allerdings ständig, so dass wir endlich einmal zu längeren Ruhepausen kamen. Auch eine neue Variante des Absteigens verdanken wir ihm. Den Abschluss dieses erlebnisreichen Tages bildete eine PR-Aktion, an dem alle gewichtigen Leute unseres Klubs teilnahmen.

 

Grosses Pech für Patrick Buschor am Strassenrennen in Sulz. In der zweiten Runde kollidierte er in hohem Tempo mit einem Konkurrenten und stürzte schwer. Mit einem Beckenbruch und zahlreichen Prellungen und Schürfwunden musste er ins Spital Laufenburg überführt werden. Mittlerweile wurde er ins Spital Wil gebracht, wo er noch einige Wochen bleiben muss. Es wäre schön, wenn möglichst viele RMVler Patrick einen Krankenbesuch abstatten würden.

Am Freitag hiess es schon wieder Abschied nehmen vom liebgewonnenen Weizenbier, dem gemütlichen Beisammensein am Esstisch und dem ungestörten Schlaf. Pünktlich geweckt packten wir unsere Siebensachen zusammen. Nachdem das obligate Gruppenfoto dank modernster Elektronik im Kasten war, verliessen wir Menzenschwand in Richtung Schweiz. Noch ein letztes Mal genossen wir das bestens ausgebaute Radwegnetz Südbadens, ehe wir endlich wieder heimischen Boden unter den Pneus spürten. Nach der Mittagsrast im Städtchen Eglisau konnten uns selbst Stoppsignale nicht mehr daran hindern, entschlossen die Heimat anzusteuern. Zusammen mit dem gutbesetzten Jasswagen erreichten wir am späteren Nachmittag den Ausgangspunkt Niederuzwil. Jeder eilte rasch nach Hause zum Duschen, denn schon zwei Stunden später waren wir wieder beisammen zum gemütlichen Grillplausch, organisiert von Claire Eilinger. Vielen herzlichen Dank von allen!

Fazit der fünf Tage: Trotz zweier Stürze, die glücklicherweise relativ glimpflich abliefen, erlebten wir unvergessliche Tage bei bester Kameradschaft in einer herrlichen Gegend. Es lebe die Ferientour 1994!

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Letzte Änderung: 04.12.2011, Autor: Peter Kuhn
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