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RMV Utzwyl-Oberbüren Vereins-Neuigkeiten Weinmond a.D. 1995

FERIENTOUR-SAGA

von unserem Minnesänger Ritter Kuno vom Rosenbühle

Eine lustige Truppe von zehn mehr oder weniger erwachsenen Mannen und Frauen schickte sich am 10. Heumond anno 1995 an, die Fährnisse einer Reise ins Reich der Habsburger auf sich zu nehmen. Der erste Hinterhalt wartete allerdings schon vor der Grenze auf die wackeren Radgenossen. Durch diese hohle Gasse müssen sie kommen, es ist der einz'ge Weg nach Dornbirn! Also sprach Fuhrmann Hansueli, aber die Seinen kamen nicht... So mussten die munteren Gesellen ohne Schutz und Schirm durch einen verheerenden Hagelsturm fahren. Erst im dunklen Tannenwald fanden sie eine schützende Taverne. Bei Speis' und Spezi fanden sie aber schnell ihren Heldenmut wieder und gingen zum Angriff auf die Feste Hochtannberg über. Trotz erbittertem Widerstand wurde der scheinbar übermächtige Feind niedergerungen. Erschöpft und abgekämpft trafen die Kämpen im Posten Warth in der Herberge ein.

Nach verdientem Schlummer machten sich die Rechtschaffenen beim ersten Hahnenschrei auf zu einem Abstecher nach Germanien. Dazwischen bauten sich wieder einige Gegner von allerdings geringerer Statur auf. Diese wurden im Handstreich bezwungen, und man traf noch unter der Nachmittagssonne im Marktstädtchen Garmisch ein. So blieb noch Zeit, dass man den Sieg des Landsmanns Alex Zülle an einem Turnier im fernen Frankenreiche bejubeln konnte. Die Freude war so gewaltig, dass sich einige noch bis spät in die Nacht dem Trunke und dem Vergnügen hingaben.

Mit bleiernen Beinen ging es schon am nächsten Tage weiter, zurück ins kaiserlich und königliche Reich. Den ganzen Tag über wurde kein Feind gesichtet. So zogen die Ritter in grossem Übermut ins Alpendorf Zell am Flüsschen Ziller ein. Doch die Bewohner des Dorfes stellten den Utzwylern ein grosses und schwieriges Rätsel, ehe sie ihr Gehöft betreten durften. Dies kostete unsere Helden viel Mühe, und man musste gar um das Gelingen fürchten. Dennoch verlor niemand den Mut, und es wurden gar kühne Pläne für den kommenden Tag geschmiedet. Nicht nur der arglistige Gerlos, nein, auch der gewaltige Riese, der grosse Glöckner sollte mit einem überraschenden Angriff besiegt werden.

Mit entsprechender Vorsicht gingen sie ihr Tagwerk an. Doch wider Erwarten war der Widerstand Gerlos' nur gering. Einzig Ritter Markus vom Bildfelde mühte sich lange, bis er obsiegt hatte. Auch die Zauberkraft seines gelben Wamses konnte ihm nicht helfen. So beschloss er, mit der Edlen Ursula und dem Wagenlenker Hansueli das Lager am Zellersee aufzuschlagen und auf die Heimkehr der Wägsten zu warten. Diese glorreichen Sieben schlichen sich geschickt an den Riesen heran, doch alle Vorsicht nützte nichts. Plötzlich stand der Gigant in seiner ganzen Übergrösse vor ihnen. Ein langer Kampf begann, und er kostete viel Schweiss, Blut und Tränen. Dieses heroische Ringen konnte nicht ohne Opfer bleiben. Knappe Beat vom Hengarten musste seinen jugendlichen Übermut büssen und umkehren, aber schliesslich schafften es nicht nur Ritter Mathias vom Flurhofe und der Sänger dieser Saga. Auch die tapferen Jünglinge Marcel und Stefan von Wolfertswyl, der Oheim Brummi-Martin und Gevatter Toni vom häufigen Platten brachten den Glöckner zur Strecke. Trunken vor Glück machten sich die Ritter in wildem, übermütigem Galopp auf den Heimweg und feierten den Triumph über den Riesen bis in die Nacht hinein. Nach diesem überwältigenden Siege entschlossen sich die Eidgenossen, mit ihrer reichen Beute umzukehren und auf dem schnellsten Weg nach Hause zu reiten. Dort trafen sie noch am selben Tage wohlbehalten ein, wo sie von ihren Liebsten sehnsüchtig erwartet wurden.

Und wenn sie nicht gestorben sind, so radeln sie noch heute.

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Letzte Änderung: 29.11.2009, Autor: Peter Kuhn
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