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Ferientour 1999: Schwäbische Alb

FERIENTOUR-NACHLESE (9. - 11. Juli 1999)

Die neunte und letzte Ferientour in diesem Jahrzehnt war die bisher kürzeste. Wegen leichter Verspätung in der Planung beschloss der Vorstand, die Dauer von sonst einer Woche auf ein verlängertes Wochenende zu verkürzen. So machten wir uns denn am Freitag 9. Juli, frisch gestärkt mit Kaffee und Gipfeli, bei Eilingers auf zur Dreitages-Tour in die Schwäbische Alb (das hat relativ wenig mit Albträumen zu tun). Acht Radfahrern stand ein Begleittross von vier Personen und zwei nicht sehr grossen Fahrzeugen zur Verfügung.

Kurz vor der Abfahrt

Schwere Wolken dräuten am aufgeschreckten Himmel, was auf nichts Gutes schliessen liess. Doch auf den Thurgauer Strassen lachte uns noch die Sonne entgegen, so dass höchstens die Steigung hoch nach Liebenfels und Freudenfels die Stimmung leicht trübte. Dafür entschädigte uns die herrliche, für einige Sekundenbruchteile genossene Aussicht auf Untersee und Schiener Berg reichlich. Nach rasanter Abfahrt erreichten wir Stein am Rhein, wo wir das heimatliche Territorium für drei Tage verliessen.

Wir hatten es geahnt, kaum waren wir bei den Schwaben, fing es schon an zu schiffen. Zurschi wälzte schon Aufgabegedanken, als es Gottlob schon wieder etwas aufklarte. Beim Schinderhannes in Steisslingen konnten wir uns bei währschafter Kost stärken und unsere nassen Rennhosen auf weichem Sitzpolster etwas abtrocknen. Bei der Weiterfahrt machte uns der Schmorbraten mit Sobe bei dem ewigen Auf und Ab schon etwas zu schaffen. Einige verspürten jedenfalls eine plötzliche Leere in den Beinen bzw. bei anderen waren die Beine noch leerer als vor dem Essen... Richtung Kloster Beuron ging es dann rassig den Berg runter, wieder bei Regen, was Martin zu merkwürdigen Manövern veranlasste. Statt den Verlockungen des flachen Donau-Radwanderweges zu erliegen, wählten wir wie gewohnt den "hard way" und erklommen todesmutig den Anstieg nach Kolbingen. Die Kolben taten dem Schreibenden schon lange nicht mehr so weh wie nach dieser Rampe. Nun war es aber nur noch ein Katzensprung bis Müllheim a.d.Donau, wo wir unser Quartier aufschlugen.

Hört Ihr Leut' und lasst Euch sagen, Müllheim ist ein reizendes Städtchen von höchstens 2000 Einwohnern. Einst umgeben von raffgierigen Raubrittern und wegen seiner wenig günstigen Lage an der hier ziemlich kläglich dahinrieselnden Donau ziemlich verarmt, hat es seinen mittelalterlichen Charakter weitgehend erhalten. Dies und anderes tat uns der Nachtwächter bei einem verregneten Rundgang kund. Ansonsten hatte das lokale Nachtleben recht wenig zu bieten, so dass die meisten (Ausnahmen bestätigen die Regel) schon früh den Weg in die Federn fanden.

Der nächste Morgen erinnerte unmissverständlich daran, dass der nächste November nicht mehr fern sein konnte. Einzig die (noch) trockenen Strassen motivierten uns, überhaupt die vorgesehene Strecke in Angriff zu nehmen. Nach wenigen Kilometern hatte uns auch schon unser treuester Begleiter, der Regen, bereits wieder eingeholt. Tourenleiter Bert führte uns dennoch unverdrossen durch seine schöne Heimat, nur war ob all der Nässe und der Wolken bedenklich wenig davon zu sehen. In Denkingen, wo Berts Geburtshaus steht (und es steht schon lange da) bogen wir ab Richtung Klippeneck, eine Höhe von wo sich früher todesmutige Segelflieger in der Hoffnung auf Aufwind mittels eines Gummiseils in die Tiefe befördern liessen.

In einem Dreisternhotel zogen wir uns trockene Sachen an, die meisten in der Toilette, Patrick im Speisesaal. Das deftige Essen hatte wiederum Auswirkungen. Christian war nach der letzten Abfahrt, 5 km vor Müllheim, plötzlich wie vom Erdboden verschluckt. Besorgt fuhren wir wieder retour und suchten nach dem Verschollenen. Plötzlich tat sich ein Gebüsch auf und Christian kam mit erleichterter Miene wieder zum Vorschein... Abends kehrten wir zum Tatort zurück und stopften uns in einer von Wallisern (...) geführten Wirtschaft voll mit Maultaschen, Spätzle, Sauerbraten und anderer leichter Vollwertkost. Zu Trinken gab es Viertele, Halbe und Doppelte.

Am Sonntagmorgen verliessen wir Müllheim bereits wieder in Richtung Tuttlingen (TUT). Nach einigen weiteren -ingen und -heimen erreichten wir in Ramsen (bekannt von "Rund um die Kiesgrube") wieder den Schweizer Zoll. Nach der etwas schwierigen Wiedervereinigung mit unserem Begleitstab bleibt als letzte erwähnenswerte Episode die Fahrt von Frauenfeld nach Wil. Christian wurde offenbar von unbändigen heimatlichen Gefühlen getrieben und bescherte denjenigen, die nicht schon vorher ausklinkten, ein wahrhaft denkwürdiges Finale.

Mit von der Partie waren:

  • Angelika Eilinger
  • Bert Bühler
  • Christian Meisser
  • Claire Eilinger
  • Martin Neff
  • Peter Kuhn
  • Peter Zurschmiede
  • Patrick Buschor
  • René Menzi
  • Roger Perret
  • Rosemarie Iten
  • Toni Eilinger
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Letzte Änderung: 04.12.2011, Autor: Peter Kuhn
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