 | | Rennbericht 15. März 1996 |  |
15. März 1996: Im Vorfeld des Kriteriums «Rund um den
Bühler» vom Ostermontag
Philipp Buschor in Form, Didi Rüegg tritt zurück
Zum ersten Mal werden beim im Zweijahresturnus ausgetragenen
Kriterium «Rund um den Bühler» in Uzwil auch Fahrer am
Start stehen, die Velofahren zu ihrem Beruf gemacht haben.
Während Lokalmatador Philipp Buschor für sein Heimrennen
kaum speziell motiviert zu werden braucht, hat mit dem Wiler Didi
Rüegg ein weiterer einheimischer Profi überraschend den
sofortigen Rücktritt vom Radsport erklärt.
Den ersten Podestplatz als Berufsfahrer konnte der Zuzwiler
Philipp Buschor vergangenen Sonntag im aargauischen Klingnau feiern.
Der Vorjahressieger war im umkämpften Finale der
Stausee-Rundfahrt der aktivste Fahrer und erreichte im Spurt der
Sechser-Spitzengruppe den hervorragenden dritten Rang. «Ich
wurde von den Italienern Stocco und Andriotti eingeklemmt und musste
einige Pedaltritte auslassen. Ich kenne allerdings Fahrer, die in
einer solchen Situation die Ellbogen gestellt und sich die Lücke
selber verschafft hätten» meinte der nicht ganz zufriedene
Buschor nach dem Rennen. Am Ostermontag wird der 25jährige
Fahrer der GS Saeco Gelegenheit genug erhalten, dem heimischen
Publikum seine Spurtfähigkeiten zu demonstrieren. Über Sieg
oder Niederlage werden nämlich nicht weniger als zwölf
Sprintwertungen entscheiden.
Didi Rüegg hat genug
Vom professionellen Radsport zurückgetreten ist
überraschend der bekannte Bahnspezialist Didi Rüegg. Der
sympathische Wiler wollte nach zwei Saisons im Sechstagegeschäft
auf dieses Jahr hin seine Chance im Strassenrennsport suchen. Mit der
neuen Sportgruppe des ehemaligen Strassenweltmeisters Marino Basso
fiel seine Wahl aber auf eine Mannschaft, die ganz offensichtlich mit
erheblichen finanziellen Problemen zu kämpfen hat. Wegen
fehlender Bankgarantien wurde dem Team vom internationalen Verband
bislang die Lizenz verweigert, Rüegg konnte weder Rennen
bestreiten noch hat er vom versprochenen Lohn auch nur eine einzige
Lira gesehen. In dieser Situation sah der 27jährige talentierte
Rennfahrer den Moment gekommen, dem Radsport den Rücken zu
kehren. Er wird daher in Uzwil trotz abgeschlossenen Startvertrags
das Rennen nur als Zuschauer erleben.
Und Zülle, Järmann?
Natürlich hätte man in Uzwil gerne Alex Zülle oder
Rolf Järmann engagiert. Die im Moment erfolgreichsten
Ostschweizer Berufsfahrer haben aber andere Startverpflichtungen im
Ausland. Zülle, die aktuelle Nummer vier der Weltrangliste,
versucht, seinen Vorjahressieg an der Baskenlandrundfahrt zu
wiederholen. Järmann, der am Samstag bei Mailand-San Remo einen
gute Verfassung an den Tag legte, wird am Ostersonntag den Klassiker
«Flandern Rundfahrt» bestreiten. Trotz dieser Absenzen
verspricht das illustre Fahrerfeld (siehe Kasten) aber einen
überaus amimierten und interessanten Rennverlauf. Grund genug
also, um am Ostermontag in Uzwil als Zuschauer dabei zu sein.
Zwölf Berufsfahrer am Start
Nebst 30 Elite-Amateuren werden am Ostermontag um 14.30 Uhr
folgende zwölf Berufsfahrer am Start des Eliterennens
stehen:
- Bruno Risi Erstfeld
- Kurt Betschart Schattdorf
- Philipp Buschor Zuzwil
- Alexandre Moos Miège
- Karl Kälin Zürich
- Jacques Jolidon Dornach
- Kurt Herrmann Gachnang
- Armin Meier Reinach
- Roland Meier Windlach
- Daniel Hirs Neuenhof
- Beat Meister Greifensee
- Peter Müller Steinmaur
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