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Kriterium "Rund um den Bühler" 1996
Gelungenes Radsportfest in Uzwil
Nach der verregneten Austragung 1994 war diesmal den
Organisatoren des Rad-Kriteriums «Rund um den Bühler»
in Uzwil mehr Glück beschieden. Trockene Witterung bei
angenehmen Temperaturen mobilisierte am Ostermontag gegen 2000
Zuschauer, die im Eliterennen den ersten Sieg des Berners Christian
Sidler miterlebten
Das Hauptrennen der Elite stand am Ende eines Renntages mit nicht
weniger als acht Entscheidungen. Bereits um neun Uhr fiel der
Startschuss zur diesjährigen Austragung von «Rund um den
Bühler» mit der Kategorie Anfänger (Jahrgänge 80
und 81). In diesem Rennen spielten die Fahrer des RV Bürglen
eine selten gesehene Dominanz aus. Nach 24 Runden stand Michi
Albasini mit dem Maximum von 42 Wertungspunkten an der Spitze des
Klassements vor seinem Klubkollegen Simon Raschle. Gute Figur machten
aber auch die Nachwuchstalente des RMV Uzwil-Oberbüren mit Marco
Schai (5.), David Frei (8.) und Noldi Dubach (38.).
Kleine Schülerfelder
Bei den fünf Schülerkategorien war das Hauptmerkmal die
magere Beteiligung. Das schlechte Wetter vor Ostern zeigte hier seine
Wirkung. Dies soll aber die Leistung der Fahrer keineswegs
schmälern. Am meisten bejubelt wurde hier der Sieg des
Wolfertswiler Stefan Schilliger (Jahrgang 1983). Grossen Anklang beim
Publikum fanden auch die Schülerplauschrennen, die von Martin
Müller (Steinmaur) und Stefan Scherrer (Oberuzwil) gewonnen
wurden.
Überlegenes Amateurduo
Das Rennen der Amateure über 40 Runden wurde geprägt
durch die lange und erfolgreiche Flucht des Duos Reto Lauper
(Räterschen) und Beat Laich (Winterthur). Bereits nach der
ersten Wertung stiessen die beiden Zürcher aus dem
44köpfigen Feld vor und fuhren rasch einen respektablen
Vorsprung auf die Hauptmacht heraus. Während vorne Lauper und
Laich ausgezeichnet harmonierten, kam hinten zu keinem Zeitpunkt des
Rennens eine organisierte Verfolgung zustande. Reto Lauper, sicher
einen Kopf grösser als sein Fluchtkollege, entschied den
Schlusspurt überlegen zu seinen Gunsten und feierte seinen
ersten Saisonsieg. Von den einheimischen Fahrern zeichnete sich Bruno
Dudli (Niederwil) als Vierter aus, wogegen der favorisierte
Niederuzwiler Adriano Piraino nie richtig ins Rennen kam und sich auf
dem 24. Rang wiederfand.
Animiertes Hauptrennen
Das mit Spannung erwartete Rennen der Elite wurde von Beginn weg
auf Angriff gefahren. Bis zur ersten Wertung nach fünf Runden
blieb das Feld noch beisammen, doch kurz danach konnten sich zehn
Fahrer, darunter Lokalmatador Philipp Buschor und der nachgemeldete
BikeProfi Thomas Frischknecht vom Hauptharst absetzen. Das Rennen
schien also für den mit grossen Hoffnungen gestarteten Buschor
einen günstigen Verlauf zu nehmen. Schon bald zeigte sich aber,
dass der Zuzwiler am Ostermontag nicht seinen besten Tag hatte. In
den schlussendlich entscheidenden Wertungssprints vermochte er nie
mit der schnelleren Konkurrenz mitzuhalten. Nach der Hälfte des
Rennens lagen mit Christian Sidler, Martin Hüsler und Urs
Köchli Fahrer vorne, die in nationalen Sportgruppen engagiert
sind. In Tuchfühlung mit der Spitze war auch überraschend
der Bernecker Remo Thür, der ein erfolgreiches Comeback in der
Elitekategorie gab.
Dramatisches Finale
25 Runden vor Schluss begann der grosse Auftritt des Urner
Sechstagespezialisten Bruno Risi. Auf seine Initiative konnten sich
sechs Fahrer vom bisher recht lethargischen Hauptfeld lösen.
Seinem Tempodiktat konnte bald nur noch der Neuseeländer Stuart
Mitchell folgen. In der Spitze nahm man den Vorstoss des Urners
ebenfalls zur Kenntnis, was eine Tempoverschärfung und die
Aufteilung in zwei Gruppen zur Folge hatte. Während der nach
Punkten führende Martin Hüsler nun gnadenlos nach hinten
gereicht wurde, holte Risi nach mehreren begeisternden Spurtrunden
die Spitze 13 Runden vor Schluss ein. Die verbleibenden
Spurtwertungen reichten aber nicht aus, als dass der dreifache
Weltmeister das Rennen noch zu seinen Gunsten hätte entscheiden
können. Vor der letzten, doppelt zählenden Wertung kamen so
nur noch Christian Sidler (36 Punkte) und Urs Köchli (30 Punkte)
für den Sieg in Frage. Köchli konnte dabei noch auf die
Hilfe seines Teamkollegen Mitchell zählen. Dieser zog ihm denn
auch den Spurt an, allerdings in so hohem Tempo, dass er in der
Schlusskurve ausrutschte und Köchli sowie Buschor mit zu Boden
riss. So konnte Christian Sidler aus Moutier als umjubelter Sieger
ins Ziel spurten. Köchli rettete seinen zweiten Rang, indem er
das Ziel trotz des Sturzes noch innerhalb 30 Sekunden erreichte. Remo
Thür, bereits 1985 Juniorensieger in Uzwil, belegte Rang drei
vor den Profis Frischknecht, Risi und Buschor. Der unglückliche
Neuseeländer Mitchell erlitt bei seinem Sturz erhebliche Schnitt
und Schürfwunden und musste in ärztliche Pflege gebracht
werden.
Gelungene Veranstaltung
Trotz dieses Zwischenfalls konnten die Organisatoren des RMV
Uzwil-Oberbüren eine positive Bilanz ziehen. Die vielen
Zuschauer mussten ihr Kommen sicher auch nicht bereuen, wurde ihnen
doch über sieben Stunden lang begeisternder Radsport
geboten.
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