 |


































|
 |
 |
 | | Rennbericht Kriterium 'Rund um den Bühler' 1999 |  |
Franco Marvulli feierte ersten Sieg
Sieger des Elite-Kriteriums wurde überraschend der
20-jährige Bahnprofi Franco Marvulli aus Zürich-Seebach.
Der Schweizer Rekordhalter in der 4000 Meter Einzelverfolgung
verdiente sich seinen knapp errungenen Sieg mit einem mutigen
Vorstoss kurz nach Rennhälfte. Bei den Frauen hiess die Siegerin
Nataliya Yuhanyuk (Ukraine). Dank ausgezeichnetem Wetter war dem
Rennen ein grosser Zuschauererfolg beschieden.
pk. Im Vorfeld des Hauptrennen der Elite und Profis hiessen die
Favoriten Philipp Buschor (Bronschhofen), Rolf Järmann
(Zihlschlacht, nach kurzfristiger Startzusage), Beat Wabel (Hittnau)
und Christian Heule (St. Gallenkappel). Fast niemand hatte dem
grossgewachsenen, athletischen Stadtzürcher Marvulli Beachtung
geschenkt. Nach einer animierten ersten Rennhälfte mit sich
regelmässig ablösenden Vorstössen verschiedener Fahrer
lancierte Marvulli den letztlich entscheidenden Angriff in der 26.
von 48 Runden. Er holte eine sich kurz zuvor gebildete Spitzengruppe
solo ein und attackierte gleich ein zweites Mal. Als einziger
erwischte Peter Schnorf (Oetwil a.S.) das Hinterrad des entfesselten
Marvulli, ohne aber Führungsarbeit leisten zu können. Im
Feld nahm man die Verfolgung auf, dennoch konnte sich das ungleiche
Duo während 25 km an der Spitze des Rennens behaupten. Sieben
Runden vor Schluss war es dann um die beiden geschehen, Marvulli
hatte aber dank der gesammelten 25 Wertungspunkten die Führung
im Zwischenklassement übernommen.
Herzschlag-Finale
Alles war wieder offen, und beinahe hätte Rolf Järmann
mit einem resoluten Angriff noch das Blatt zu seinen Gunsten wenden
können. Er wurde aber wieder vom Feld gestellt, und vor der
letzten doppelt zählenden Wertung kamen nicht weniger als sechs
Fahrer für den Sieg in Frage: Marvulli (25 Punkte) mit leichtem
Vorteil, der ebenfalls überraschende Patric Wiedmer (Ottikon, 18
Punkte), Schnorf (16), Heule (15), Wabel (14) und Järmann (14).
Nach einem mitreissenden Spurt mit fünf Fahrern praktisch auf
einer Linie war die Jury gefordert. Zuerst sah man Heule als Sieger,
doch hatte man auf dem erhöhten Jurywagen den am Schluss
mächtig aufdrehenden Deutschen Jürgen Kotulla völlig
übersehen, sprintete dieser doch ganz der rechten Strassenseite
entlang. So hiess das definitive und auch letztlich dem Rennverlauf
entsprechende Schlussklassement: Erster Franco Marvulli (er blieb auf
25 Punkten), Zweiter Patric Wiedmer (24 Punkte), vom Saeco-Wetzikon
Team grossartig unterstützt, und Dritter der spurtstarke
Christian Heule vom Team Ericsson-Villiger (23 Punkte). Marvulli war
beinahe ausser sich vor Freude, war doch dieser erzitterte, aber
sicherlich verdiente Sieg sein erster Vollerfolg auf der Strasse.
Nicht genug, tags darauf sollte der Zürcher auch noch ein
hervorragend besetztes Zeitfahren in Lugano gewinnen. Es gibt bereits
einige, die Marvulli das Talent des legendären Hugo Koblet
bescheinigen.
Pöstler zu isoliert
Nicht wie gewünscht ins Renngeschehen eingreifen konnte das
Siegerduo von 1998 Buschor und Järmann, beide vom Post Swiss
Team. Lokalmatador Philipp Buschor knüpfte nach einer erst vor
kurzem auskurierten Lebensmittelvergiftung nicht an seine
Vorjahresleistung an und rangierte als 13. Sein Mannschaftskollege
Rolf Järmann war zu isoliert und wurde von den gegnerischen
Teams zu stark markiert, um mit seinen wuchtigen Vorstössen
Erfolg zu haben. Ihm blieb der siebte Schlussrang unter 44
Klassierten.
Damenrennen an Ukrainerin
Im Rennen der Damen feierte die Ukrainerin Nataliya Yuhanyuk
(Basel) ihren zweiten Saisonsieg. Als stärkste Sprinterin
verwies sie Yvonne Schnorf (Oetwil a.S.) und Silvia Zoller (Au SG)
auf die Ehrenplätze. Dieses Trio hatte bereits die
vorgängigen Oster-Kriterien in Affoltern a.A. und Wohlen AG
dominiert. Weltmeisterin Barbara Heeb aus Flawil konnte leider vor
heimischem Publikum ihre Stärken nicht ausspielen und musste
sich mit dem 21. Rang begnügen. Gute Figur machten die beiden
weiteren Fahrerinnen des RMV Uzwil-Oberbüren. Eveline Eisenring
(Niederuzwil) wurde 16., Barbara Baumann aus Flawil platzierte sich
unmittelbar dahinter.
Attraktives Rahmenprogramm
In den vorgängig ausgetragenen Rahmenrennen wurde ebenfalls
hochstehender Sport geboten. Als erster des Tages schrieb sich Adrian
Schläpfer (Rickenbach) in die Siegerliste ein. Das Mitglied des
RMV Uzwil-Oberbüren verwies im Militärradrennen Daniel
Markwalder (Kreuzlingen) und Urs Glogger (Münsingen) auf die
Ehrenplätze. Sehr umstritten war das Rennen der Anfänger,
das erst im letzten Spurt zu Gunsten von Adrian Meyer (Brugg)
entschieden wurde. Das Podest komplettierten Martin Goldinger
(Fischingen) und Remo Spirgi (Affoltern a.A.). Stefan Schilliger
(Wolfertswil) blieb ohne Punkte und wurde 26. In seinem ersten Rennen
liess Thomas Holenstein aus Uzwil immerhin noch sieben Konkurrenten
hinter sich und beendete das Rennen als 41.
Amateure im Eiltempo
Mit einem Durchschnittstempo von 42,8 km/h waren die Amateure nur
unwesentlich langsamer als die Elitefahrer. Das Feld blieb dennoch
bis am Schluss beisammen, nicht weniger als 43 Fahrer wurden in der
gleichen Zeit rangiert. Von diesen ergatterten Stefan Felder
(Steinhausen), Sascha von Arx (Egerkingen) und Armin Beeler
(Rothenturm) die meisten Punkte. Dank einem veritablen Blitzstart
wurde Mathias Eilinger (Rickenbach) als Neunter bester des RMV
Uzwil-Oberbüren. Bruno Dudli (Niederwil) wurde Neunter, David
Frei (Uzwil) 22.
Plauschrennen wurden ernst genommen
Um die Mittagspause zu verkürzen, standen ein
Plauschvelorennen für Schüler und Schülerinnen, sowie
zwei Inlinerennen auf dem Programm. Schon bei den Schülern waren
aber nur wenige Pläuschler, dafür umso mehr kleine
Rennfahrer am Start. Das Stundenmittel des Siegers (34,1 km/h)
spricht für sich. Dennoch mussten sich die von Romano Angelucci
(Schmitten FR) Geschlagenen nicht lange grämen, bekamen doch
alle Teilnehmer einen schönen Preis. Das erste Mädchen,
Seraina Rüst aus Niederuzwil, durfte sogar einen Siegerstrauss
in Empfang nehmen.
33 km/h mit Inlines
Ebenfalls der Sport und weniger "Fun" stand bei den Inlinerennen
im Vordergrund. In einem höllischen Tempo (der Tagessieger
erreichte über 33 km/h), meist dicht hintereinander im
Windschatten, pfeilten die Skater um das Uzwiler Fabrikgelände.
Dank des schönen Wetters waren auch die Teilnehmerfelder um
einiges grösser als im Vorjahr. Matthias Schwierz aus
Villingen-Schwenningen und Regula Alder aus Walzenhausen hiessen die
Sieger bei der "Fun"-Kategorie, während Adrian Leemann
(Zürich) und Sabrina Hubeli (Aarburg) die Schnellsten in der
"Speed"-Kategorie waren.
Dank des Veranstalters
Gefüllte Reihen entlang der Strecke entschädigen
für die Mühen der grossen Vorbereitungsarbeit. Das
Organisationskomitee von "Rund um den Bühler" dankt daher den
Zuschauern, welche ihr Kommen bestimmt nicht bereuen mussten. Nicht
vergessen sollte man, dass ein solcher Anlass mit Gratiseintritt ohne
die finanzielle Unterstützung Dutzender Sponsoren, Inserenten
und Gönner schlicht nicht durchführbar wäre.
|