 | | Rennbericht 24. Mai 1999 |  |
U23-Eliteamateur Adriano Piraino aus Niederuzwil
Lange Durststrecke überwunden
Nach einer schwierigen, von Krankheiten beeinträchtigten
Saison 1998 kommt der Niederuzwiler Elite-Amateur Adriano Piraino
immer besser in Schuss. Mehrere Ränge unter den ersten Zehn
brachten ihn im ARIF-Zwischenklassement ganz nach vorne. In
Rorschacherberg erreichte Piraino gar den hervorragenden dritten
Rang.
pk. Die Karrierekurve des in in Oberuzwil aufgewachsenen
Italieners Adriano Piraino zeigte bis letztes Jahr stetig nach oben.
Nach einem behutsamen Aufbau beim RMV Uzwil-Oberbüren mit einem
ersten Sieg am Bergrennen Merishausen-Hagen erreichte der bei der
Bühler AG angestellte Maschinenzeichner recht mühelos die
Qualifkation zum Elite-Amateur. Nur wegen eines unfairen
Spezialreglements verpasste er den Sieg an der Tour de Jura, dem
wichtigsten Schweizer Etappenrennen für "gewöhnliche"
Amateure. In Diensten des VC Lugano zeigte der Neo-Elite Piraino 1997
sehr ansprechende Leistungen, auch an internationalen Rennen wie der
Bayern-Rundfahrt oder an italienischen Rennen. Die Rückkehr in
die Deutschschweiz zur GS Mephisto-Romer's stand dann aber unter
einem schlechten Stern. Eine mysteriöse, langwierige
Viruserkrankung schwächte ihn praktisch während des ganzen
1998. Ohne zählbare Resultate und mit entsprechend gesunkener
Moral stand er dem Karrierenende bedrohlich nahe.
Der Durchbruch
Mit dem Wechsel zur Winterthurer GS mita-medic kamen aber
Gesundheit und Motivation zurück. Er fühlte sich bereits
Anfang April so stark, dass er schweren Herzens den Start am
prestigeträchtigen Grand Prix Genève demjenigen in Uzwil
(er liebt Kriterien nicht) vorzog. Mit dem 12. Rang, inmitten
bestandener Profis und Elitefahrer, konnte er hochzufrieden sein.
Noch besser lief es ihm eine Woche später in "Rund um die Rigi".
In einem denkwürdigen Schlechtwetterrennen wurde er
hervorragender Siebter. Im nächsten Klassiker, der Berner
Rundfahrt, erreichte er wiederum den siebten Platz.
Kämpferischster Fahrer
 Adriano im Trikot des kämpferischsten Fahrers
Den nächsten Einsatz absolvierte Piraino am "Circuit des
Mines" im Norden Frankreichs. Bekannte Profis aus den
französischen Mannschaften waren am Start, doch statt vor
Ehrfurcht zu erstarren ging Adriano Piraino in die Offensive. Eine
über 100 km lange Soloflucht scheiterte zwar kurz vor dem Ziel,
doch als kämpferischster Fahrer wurde er mit dem "Prix de
Combattivité" ausgezeichnet.
Denselben Kampfgeist zeigte er
dann auch in der Schweiz. Bei der schweren Wartensee-Rundfahrt in
Rorschacherberg fuhr er wiederum ganz vorne mit. Die entscheidende
Attacke verpasste er zwar, doch mit einem Konter in der letzten Runde
erreichte er als Dritter seinen ersten Podestplatz bei der Elite.
Seine letzte Grosstat vollbrachte er letzten Samstag als Zehnter (und
Spurtzweiter des Hauptfeldes) beim GP Winterthur. Dank diesen
Resultaten ist er in der ARIF-Zwischenrangliste (=Schweizer
Jahresmeisterschaft) auf Platz acht zu finden
 Adriano als Dritter der Wartensee-Rundfahrt
Stefan Schilliger Kantonalmeister
Ganz hervorragend platzierten sich in den vergangen Rennen auch
weitere Fahrer des RMV Uzwil-Oberbüren. Der Junior Severin
Gschwend erspurtete sich bei "Rund um die Rigi" Rang 13, am GP
Osterhas in Affoltern wurde er Zehnter. Marcel Schilliger
glänzte in Wohlen als Fünfter und erzielte drei weitere
Ränge in den ersten Dreissig. Seinem Bruder Stefan läuft es
bei den Anfängern auch immer besser, was seine
regelmässigen Ränge in den ersten 20 sowie vor allem der in
Rorschacherberg errungene Kantonalmeistertitel zeigen. Ihre ersten
Ernsteinsätze bestritten der Junior Fabian Mühlemann
(Niederuzwil) und Anfänger Thomas Holenstein (Uzwil). Bei den
älteren Rennfahrern überzeugte Amateur Mathias Eilinger am
Kriterium Luterbach als Neunter und Adrian Schläpfer als Dritter
des Militärradrennens an der Berner Rundfahrt.
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