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 | | 10. Nat. Kriterium 'Rund um den Bühler' 2000 |  |
Ein Rennen der Rekorde
Das 10. nationale Rad-Kriterium "Rund um den Bühler" vom
vergangenen Sonntag 9. April war ein Rennen der Rekorde. Noch nie
waren so viele Teilnehmer auf der Strecke im Renneinsatz, und wohl
ebenfalls noch nie säumten bei idealen Wetterbedingungen so
viele Zuschauer die attraktive Strecke rund um die Uzwiler Fabriken.
pk. Eine Freiluftveranstaltung im April ist naturgemäss immer
ein Wagnis. Nach dem Dauer-Schneeregen von 1998 und dem warmen
Föhntag von 1999 fand das Rennen dieses Jahr bei Sonnenschein,
am Morgen recht frischen und am Nachmittag angenehmen Temperaturen
statt. Dies und das attraktive achtstündige Rennprogramm lockten
viele Zuschauer (wie viele ist leider nicht eruierbar) an die
Rennstrecke.
Kiwi-Sieg bei den Damen
Die Affiche der beiden Hauptrennen der Damen und Herren war so
vielversprechend wie noch nie. Die besten Kriteriumsspezialisten der
Schweiz und Süddeutschland, ergänzt mit starken
Strassenfahrern und bei den Männern noch Mountainbike- und
Querstars wie Thomas Frischknecht und Beat Wabel zierten die
Startlisten. Die Charakteristiken der beiden Rennen konnten jedoch
unterschiedlicher nicht sein. Bei den Damen setzte die starke Equipe
Nürnberger (1999 fünftbestes Team im Weltcup) auf die Karte
Angriff, um die unschlagbar scheinenden Sprinterinnen Yvonne Schnorf
und Nataliya Yuganyuk auszumanövrieren. Schon nach der zweiten
von zehn Sprintwertungen attackierte die neuseeländische
Nationalfahrerin Jacinta Coleman, die in der Folge in beeindruckendem
kraftvollen Stil ihren Vorsprung kontinuierlich ausbaute. Hinten im
Feld sammelten Schnorf und Yuganyuk zwar fleissig Punkte, doch der
Sieg war für sie schon bald in unerreichbare Ferne gerückt.
Nach einem schnellen Rennen (über 39 km/h im Durchschnitt)
gewann Coleman das 30-Rundenrennen souverän mit über einer
Minute Vorsprung und 57 von 66 theoretisch möglichen Punkten.
Das Podest wurde komplettiert von der
Zürcher Oberländerin Yvonne Schnorf und der in Basel
wohnhaften Ukrainerin Nataliya Yuganyuk, die beide ohne
Mannschaftsunterstützung auskommen mussten. Von den
Ostschweizerinnen fehlten die verletzte Silvia Zoller und die
kürzlich vom Radsport zurückgetretene Barbara Heeb.
Überraschend stark fuhr die Juniorin Bettina Kuhn aus Mels, die
inmitten der Elitefahrerinnen den 14. Rang herausfuhr. Bahnmeisterin
Eveline Eisenring (Niederuzwil) beendete das Rennen im Feld als
30.
Spannendes Eliterennen
Im Gegensatz zum Damenrennen stand die Prüfung der Elite- und
Profifahrer über 72 km (48 Runden) ganz im Zeichen der
Mannschaftstaktik. Die Teams mit starken Sprintern versuchten das
Geschehen unter Kontrolle zu halten und neutralisierten jeden
Fluchtversuch postwendend. Vor allem das Post Swiss Team, das mit dem
Lokalfavoriten Philipp Buschor vom RMV Uzwil-Oberbüren, gewiss
kein Sprinter, und den beiden Bergfahrern Beuchat und Bergmann
angetreten war, konnte sich zu keiner Zeit wunschgemäss in Szene
setzen. Buschor war zudem erst gerade von einer Magen-Darmgrippe
genesen und verspürte nicht jene Kraft in den Beinen, die
für einen Solovorstoss bei Tempis zwischen 40 und 60 km/h
notwendig gewesen wäre. So kam es Wertung für Wertung zu
faszinierenden Sprints, wobei die Vorentscheidung jeweils bereits in
der sehr schwierig zu steuernden Zielkurve fiel. Nach Rennhälfte
führte der Bieler Urs Spycher, der aber in der Folge wegen
Magenproblemen etwas Mühe bekundete. So konnten Christian
Eminger (Basel) und Auréliaz Clerc (Villeneuve)
punktemässig dicht zu Spycher aufschliessen. Vor der letzten,
doppelt zählenden Wertung kamen diese drei Fahrer noch für
den Sieg in Frage, wobei man den ehemaligen österreichischen
Eisschnelllauf-Olympiateilnehmer Eminger zu favorisieren neigte. Doch
der 35-jährige jahresbeste Elitefahrer 1999 vergab seine
Siegchance wegen einer Rempelei in der letzten Kurve. Die
Schlusswertung wurde somit wie schon 1999 eine Beute von
Quer-Schweizermeister Beat Wabel, der damit noch auf den fünften
Rang vorstiess. Urs Spycher, seit dieser
Saison Berufsfahrer in der kleinen KIA-Villiger-Mannschaft,
ergatterte nochmals vier Punkte, hielt damit seine direkten
Konkurrenten in Schach und feierte seinen ersten Sieg als Profi vor
Clerc und Eminger. Mit 44,605 km/h wurde das schnellste
Stundenmittel aller bisherigen Austragungen von "Rund um den
Bühler" notiert. Von den einheimischen Fahrern enttäuschte
Philipp Buschor aus den schon genannten Gründen, während
die U23-Fahrer David Frei (Uzwil, 27.) und Severin Gschwend
(Wolfertswil, 48.) inmitten der Profis und Elitefahrer eine
beachtenswerte Leistung zeigten.
Militär-Podium wie 1999
Bei den Rahmenrennen am Vormittag und über Mittag wurde
ebenfalls hervorragender Sport geboten. Die bereits zahlreichen
Zuschauer beklatschten im ersten Rennen den neuerlichen Sieg des
Militärradfahrers Adrian Schläpfer aus Rickenbach. Zum
drittenmal in Folge Zweiter wurde Daniel Markwalder aus Weinfelden.
Dritter wurde Urs Glogger aus Münsingen, der ebenfalls einen
Stammplatz auf dem Uzwiler Podium besitzt. Damit
sah das Podium exakt gleich wie im Vorjahr aus. Im
anschliessenden Rennen der Anfänger konnte sich eine
Dreiergruppe absetzen, die vom Schwyzer Thomas
Strüby vor den beiden Wetzikern Pascal Zaugg und Stefan
Trafelet gemeistert wurde. Guter 16. wurde Thomas Holenstein
(Uzwil). Grosses Pech beklagte bei den Junioren der Wolfertswiler
Mitfavorit Marcel Schilliger, der in einer Kurve mit dem Pedal
aufsetzte und schwer stürzte. Trotz erheblichen Schäden an
Körper und Material setzte er das Rennen fort und wurde noch
Dreizehnter. Sein Bruder Stefan kam ebenfalls nicht richtig in
Schwung und klassierte sich als 28. Die
besten Sprinter in diesem Rennen waren Martin Ehrismann (Uster, 1.),
Andreas Dietziker (Elgg, 2.) und Walti Tresch (Erstfeld, 3.)
Faszinierende Inlinerennen
Zwischen den Nachwuchskategorien am Vormittag und den Hauptrennen
am Nachmittag fanden über Mittag ein Schülerrennen und zwei
Inlinerennen statt. Bei den Schülern waren 35 Buben und
Mädchen am Start, vom Jungrennfahrer bis zum radelnden
Dreikäsehoch. Entsprechend zog sich das Feld auch rasch in die
Länge. Michi Leutwyler aus Lanterswil
und Andreas Wenk aus Jonschwil
hiessen die Ersten der beiden Alterskategorien. Gross war dieses Jahr
das Interesse an den Inlinerennen. Insgesamt 68 Damen und Herren
nahmen die beiden Rennen in Angriff. Bester Funläufer war
Christian Iten aus Altendorf. Marcel Fivaz
aus Uzwil wurde in seinem ersten Inlinerennen Dritter, exakt 17
Jahre nach seinem Sieg bei den Radjunioren an gleicher Stätte.
Ein Höhepunkt der Veranstaltung war sicherlich das
Inline-Speedrennen. Ein 55köpfiges Feld veranstaltete einen
15minütigen Spurt rund um den Bühler. Die erste Runde wurde
mit einem Stundenmittel von über 38 km/h, das gesamte Rennen mit
über 36 km/h zurückgelegt. Daniel
Grab (Schindellegi, 1.), Johnny Diethelm (Galgenen, 2.) und Philipp
Schneider (Zürich, 3.) waren die Allerschnellsten.
Dank des Veranstalters
Das Organisationskomitee von "Rund um den Bühler" dankt den
vielen Zuschauern, welche ihr Kommen bestimmt nicht bereuen mussten.
Grosser Dank geht an die Behörden, Patronatsfirmen, Inserenten
und Gönner, welche die grösste Uzwiler
Eintages-Sportveranstaltung wiederum ermöglichten. Den Anwohnern
und allen beteiligten Verkehrsteilnehmern danken wir für ihr
Verständnis.
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