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 | | Rennbericht 'Rund um den Bühler' 2002 |  |
11. Nat. Kriterium "Rund um den Bühler" in Uzwil
(15.4.2002)
Querspezialist Beat Wabel überraschender Sieger
Das 11. nationale Rad- und Inlinekriterium in Uzwil bot trotz
nasskalter Witterung hervorragenden Sport. Im Hauptrennen der Profi
und Elite erzielte der Querprofi Beat Wabel aus Hittnau einen
überraschenden, aber verdienten Sieg vor Daniel Schnider und
Christian Heule.
pk. Bruno Risi, Daniel Schnider, Beat Wabel, Franco Marvulli,
Christian Heule, Pierre Ackermann, Giuseppe Ribolzi - diese sieben
Berufsfahrer stellten sich im Hauptrennen der zahlenmässigen
Übermacht von 27 Elite-Amateuren. Kurzfristig absagen mussten
nach Verletzungen Thomas Frischknecht und Martin Elmiger. Trotz
dieser Absenzen konnte der Veranstalter RMV Uzwil-Oberbüren
stolz sein auf das Starterfeld, hatte doch das gleichentags
stattfindende, zur Schweizer Meisterschaft (ARIF) zählende
Strassenrennen "Rund um die Rigi" in Gersau SZ vor allem in den
Nachwuchskategorien Anfänger (5 Startende) und Junioren (16
Startende) für stark ausgedünnte Felder gesorgt. Bedenklich
dabei, dass der Schweizerische Verband Swiss Cycling nicht für
eine bessere Koordination im Rennkalender besorgt ist. Die Gersauer
Veranstalter hatten ihr Gesuch erst drei Monate nach Anmeldeschluss
eingereicht und erhielten trotzdem den für Uzwil reservierten
Sonntag zugesprochen.
Hohes Tempo band Elite-Amateure zurück
Während die Profis mit Ausnahme des Duos Ackermann/Ribolzi
(GS Jura) als Einzelfahrer antraten, waren mehrere Eliteteams in
Mannschaftsstärke angetreten. Die Profis nahmen aber das Heft
schon früh in die Hand und sorgten mit zahlreichen
Vorstössen dafür, dass die Amateure ihre Kräfte mit
Nachführarbeit verpufften. Vor allem Daniel Schnider vom
Phonak-Team und der bekannte Querspezialist Beat Wabel waren bei fast
allen Attacken vertreten und sammelten in den Zwischenwertungen
fleissig Punkte. Bei Rennhälfte führte Schnider knapp vor
Wabel und Marvulli, dem Sieger von 1999. Der Rennverlauf blieb
interessant, ständig wechselnde Rennkonstellationen sorgten
für ein sehr hohes Tempo. Dabei gefiel der Bahnweltmeister Bruno
Risi, der punktemässig weit zurücklag, als Tempomacher. In
dieser Phase äufnete der auch als Sprinter begabte,
34-jährige Wabel sein Punktekonto am fleissigsten. Nach der
vorletzten Wertung führte Wabel mit 39 Punkten vor Schnider mit
23 Punkten, konnte also nach Punkten nicht mehr eingeholt werden.
Schnider versuchte drei Runden vor Schluss noch mit einem
Solovorstoss den Spiess zu wenden. Doch die Verfolger liessen den
Luzerner nicht zu weit entkommen, statt der erhofften halben Minute
Vorsprung, die zum Sieg gereicht hätten, blieben am Schluss nur
eine Handvoll Sekunden übrig vor dem heranspurtenden Hauptfeld,
das von Christian Heule gemeistert wurde. Erstmals seit der
erstmaligen Teilnahme von Profis 1996 war somit das Podest nur von
Berufsfahrern besetzt, nämlich Wabel vor Schnider und Heule. Ein
illustres Trio, das bestätigt, dass der Sieg in Uzwil auch
für Profis einen hohen Stellenwert hat.
Spannende Vorrennen
Vorgängig zum Hauptrennen wurden sechs weitere Rennen
durchgeführt. Das schlechte Wetter und die schon erwähnte
Terminkollision mit Gersau führte zu kleineren Startfeldern mit
Ausnahme der Inlinekategorie, wo 47 Männer und Frauen den Start
auf der regennassen Strecke wagten. Auch dieses Rennen ging ohne
gravierende Stürze über die Bühne und endete mit dem
Sieg von Tomi Wüthrich aus Zürich. Erstaunlich die Leistung
der schnellsten Frau, Pia Knecht aus Kloten, die das hohe Tempo der
Spitzengruppe (über 32 km/h) stets mithalten konnte und gute
Siebte wurde. Bei den Rad-Junioren wurde Matthias Blumer aus
Bütschwil noch in der letzten Spurtwertung vom hünenhaften
Patrick Thommen aus Frenkendorf BL abgefangen. Sehr mager war die
Beteiligung bei den Rad-Anfängern, wo der Herisauer Rolf Kobelt
einen überlegenen Sieg mit dem Punktemaximum feierte. Die
Entdeckung des Rennens war der sein allererstes Rennen fahrende
Lütisburger Pirmin Züblin, dem aber der zweite Rang wegen
einer zu grossen Übersetzung aberkannt wurde. Erst im
Schlussspurt entschieden wurde das Militärradrennen. Der Sieger
von 1999 und 2000, Adrian Schläpfer aus Rickenbach TG, verlor
das Rennen um einen Punkt an den dreifachen Sieger der
Militärradclassique St.Gallen-Zürich, Daniel Markwalder aus
Weinfelden. Das Podest wurde komplettiert von Schweizermeister Guido
Rüber aus Abtwil.
Treues Uzwiler Publikum
Die Rennen wurden den ganzen Tag über vor einer
überraschend grossen Zuschauerkulisse ausgetragen. Trotz des
miserablen Wetters liessen es sich offenbar viele nicht nehmen,
spannenden Live-Sport zu erleben, statt den Sonntag vor dem
Fernsehapparat zu verbringen. Der Veranstalter RMV
Uzwil-Oberbüren zeigte sich befriedigt über den
Zuschaueraufmarsch und hofft bei der nächsten Austragung auf
mehr Wetter- und Terminglück.
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