 | | 13. Nat. Kriterium 'Rund um den Bühler' in Uzwil |  |
| Giuseppe Atzeni schlägt die Profis |
Bettina Kuhn und Giuseppe Atzeni heissen die Sieger der Hauptrennen bei der 13. Austragung von 'Rund um den Bühler'. Die rund 200 teilnehmenden Radsportler, aber auch die Inlineskater zeigten begeisternden Sport.
Grosser Sieger bei den Anfängern
Früh aufstehen musste, wer ab neun Uhr den jüngsten 'richtigen' Rennfahrern, den Anfängern, zuschauen wollte. Kein Morgenmuffel scheint Claudio Imhof vom VC Bürglen-Märwil zu sein. Er fuhr seinen 30 Konkurrenten praktisch nach dem Start auf und davon. Solo und in beeindruckendem, kraftvollen Stil gewann er mit nahezu einer Runde Vorsprung und dem Punktemaximum. Der 15-jährige aus Sommeri verwies Oliver Hofstetter (Uster) und Dominik Stucki (Zürich) auf die Ehrenplätze. Roger Schmid aus Niederstetten schlug sich in seinem ersten Rennen tapfer und wurde 25.
Plauschrennen begeisterten
Vier Rennen für Nichtlizenzierte füllten die Lücke zu den Hauptrennen am Nachmittag. Als erste fuhren die kleinsten Velotalente zwei Runden. Ausgerüstet mit Kindervelos, Mountain- und Citybikes oder Rennvelos im Massstab 1:2 fighteten die sieben- bis zehnjährigen um jede Platzierung. Eine Medaille und ein 'Priisli' waren der verdiente Lohn für die tolle Leistung. Schon professioneller gingen die 11- bis 13-jährigen zur Sache. Der Sieger Lukas Bucher aus Niedergösgen erzielte eine durchschnittliche Geschwindigkeit von über 36 km/h.
Spannung versprach das Verfolgungsrennen der Militärradfahrer gegen die Hobby-Rennvelofahrer. Die 105 Sekunden Vorgabe der Kämpfer, alle ausgerüstet mit dem superschweren Rad05, waren aber im Nu aufgezehrt. Eine neunköpfige Rennvelo-Spitzengruppe machte den Sieg in der Folge unter sich aus. Reto Wälchli aus Zürich erwies sich als schnellster Sprinter, der ehemalige Elite-Amateur Adriano Piraino aus Sonnental wurde Dritter. Bester Militärradfahrer wurde mit Daniel Markwalder aus Weinfelden der wohl bekannteste Vertreter dieser Zunft.
Beim Inlinerennen interessierte das Publikum vor allem das Abschneiden der Cracks vom EHC Uzwil. Hinter Sieger Harald Gopp aus Eschen FL brillierte Hansjörg Neff als zweiter Sieger. Einen stilsicheren Eindruck hinterliess auch EHC-Trainer Gérard Bouvard als 15. Besondere Erwähnung verdiente sich Christoph Hensch aus Oberuzwil, der sowohl das Hobbyvelorennen (wo er gar stürzte) und das Inlinerennen beendete.
Der Bigla-Riegel
Das renommierte Schweizer Frauenteam Bigla trat mit Aushängeschild Nicole Brändli, Juniorenweltmeisterin Andrea Wolfer und der in der bisherigen Saison stark in Erscheinung getretenen Bettina Kuhn an. Zusammen mit Monika Furrer neutralisierten die Bigla-Fahrerinnen alle Versuche der Konkurrenz, das Rennen mit Vorstössen entscheidend zu beeinflussen. In den Wertungssprints wurde Bettina Kuhn (Mels) als schnelle Sprinterin mustergültig lanciert. Von 66 möglichen erzielte sie 59 Punkte, allesamt im Spurt. Annette Beutler (43 Punkte) und Mirjam Senn (41 Punkte) hielten dagegen, mussten sich aber doch in der Endabrechnung deutlich geschlagen geben.
Franco Marvulli als Domestike
Das Rennen der Elite, traditionell der Schlusspunkt der Veranstaltung, wurde von Beginn animiert und schnell gefahren. Die zahlreichen Angreifer wurden aber immer wieder gestellt. Besonders aktiv in Erscheinung trat dabei die Mannschaft des Zürcher Bahn-Weltmeisters Franco Marvulli. Da er selbst nicht den allerbesten Tag erwischt hatte, legte der Olympia-Zweite von Athen sich für seinen Kumpel Giuseppe Atzeni (Siebnen) mächtig ins Zeug. Vor den Wertungssprints bolzte er Tempo und führte den 28-jährigen Bahnspezialisten Atzeni in der Pole-Position auf die Zielgerade. Dieser vollendete die Vorarbeit mustergültig und führte schon vor der letzten Wertung uneinholbar mit 39 Punkten. Die letzte Wertung und damit den zweiten Platz hinter dem grossen Sieger Atzeni sicherte sich der Aadorfer Neoprofi Andreas Dietziker. Bruno Menzi aus Tuggen, ebenfalls vom Team Marvullis, verdrängte den 42-jährigen Veteranen Christian Eminger (Basel) ebenfalls im Schlussspurt knapp vom Podest. Angriffig fuhren auch die beiden weiteren Stars der Veranstalter, der Urner Beat Zberg und der Thurgauer Michael Albasini. Ohne Mannschaftsunterstützung gediehen ihre kraftvollen Vorstösse aber nie besonders weit.
RMV Uzwil zufrieden
Der Zuschaueraufmarsch war zwar weniger überwältigend als 2004, als Alex Zülle das Publikum in Scharen an die Strecke lockte. Der Muttertag und die unsichere Witterung hielten dennoch viele Sportinteressierte nicht davon ab, die Strassen rund um den Bühler zu säumen. Sie mussten ihr Kommen sicher nicht bereuen, wo sonst gibt es schon acht Stunden lang 'Action', ohne dafür Eintritt bezahlen zu müssen? Der Veranstalter RMV Uzwil konnte nach Rennschluss auf eine reibungslose Veranstaltung ohne nennenswerte Unfälle zurückblicken. Er dankt allen Zuschauern für ihr Kommen und den vielen grossen und kleinen Sponsoren und Patronatsgebern für ihr grosszügiges Engagement.
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