3 Tages Tour 2022

Bericht von Mathias Eilinger

Die diesjährige 3-Tagestour führte uns in die Region von Reutte Tirol. Bei herrlichem Wetter trafen sich die 7 RMV’ler Cédric, Felix, David, Martin, Thomas, Josef und der Organisator Mathias beim Bahnhof in St. Margrethen. Das Begleitfahrzeug wurde wie bewährt einmal mehr von Röbi Buschor gesteuert.

Von St. Margrethen aus führte uns die Tour über die Wasserscheide Schwarzes Meer/Nordsee und über den Rohrmoos-Pass. Bald schon musste ich merken, dass es in diesem Jahr für mich an den Bergen ziemlich schwer sein würde. Dies hiess für mich, nichts anmerken lassen und die ganze Erfahrung ausspielen… In Fischen im Allgäu gab es dann in einer Pizzeria die Mittagspause. Glücklicherweise ist so ein Veloträger nicht auf der Anhängerkupplung verschweisst. Die Tochter des Hauses hatte es nicht so mit der Breite ihres übergossenen Kleinwagens (Fiat Panda oder so) und hat beim Vorbeifahren am Veloträger angehängt, zum Glück nur den Träger etwas auf der Kupplung verschoben. Auf der anderen Seite des Weges waren alle Velos parkiert 🙈.

Frisch gestärkt führte unsere Tour wie aus vielen Jahren bewährt auf schmalen und kleinen Strässchen weiter, bis der Tourenleiter die Gruppe auf die grosse Hauptstrasse führen wollte. Martin Neff, ein ebenfalls erfahrener 3-Tagstour Teilnehmer, erkannte, dass es auch hier noch auf einem schmalen Weg weiter gehen würde und so fuhr die Gruppe auf dem Strässchen ohne Verkehr weiter. Nach gefühltem 1km langen und 18% steilem Anstieg führte das Strässchen in den Wald und aus dem Strässchen wurde ein Kiesweg und wenig später aus dem Kiesweg ein Wanderweg. Da diese Herausforderung noch nicht genug war, kam jetzt auch noch eine kurze steile Abfahrt dazu. Damit hatten wir auch dieses Jahr bereits am ersten Tag wieder alle bewährten Untergründe befahren. Unsere Tour führte uns weiter über den Oberjochpass zum Haldensee. Kurzentschlossen haben wir am Haldensee einen weiteren Stopp eingelegt und die Badehose ausgepackt. So genossen wir die Abkühlung im klaren See und die Berglandschaft. Eine kurze Abfahrt brachte uns ins Lechtal, wo wir die letzten 7km der 120km bis Reutte in Angriff nahmen. Das Abendessen genossen wir in unserem schönen Hotel Goldene Rose in Lechaschau, die Unterkunft ist absolut zu empfehlen.

Am Samstag wollte Mathias bereits um 09.00 Uhr losfahren. So wurde das Frühstücksbuffet bereits um 07.30 Uhr von den hungrigen RMV’lern gestürmt. Die heutige Tour sollte uns zum Plansee führen, eine bekannte Töff Strecke, wo es sich lohnt, früh loszufahren. Ein sonniger Tag erwartete uns wieder, die Temperaturen waren am Morgen noch schön kühl, ein kurzer Aufstieg brachte uns zum Plansee. Ein türkisblauer See mit einer Oberfläche wie ein Spiegel. Die Strasse führte unmittelbar dem See entlang, immer wieder wurde angehalten, um schöne Fotos zu schiessen. Danach führte uns die Strasse Richtung Ammer Wald. Bei der Einfahrt in das Tal meinte David, wir sollten doch die Klimaanlage abschalten, die Temperatur war innerhalb eines km um gefühlte 10°C gesunken. Für die nächsten rund 20km sahen wir nichts anderes als Wald und die Strasse. Der Verkehr hielt sich zum Glück in Grenzen. Weiter führte unsere Tour nach Garmisch-Partenkirchen, wo wir in der Ferne die Sprungschanzen sehen konnten. Weiter fuhren wir auf dem Veloweg nach Ehrwald, der Weg war asphaltiert jedoch so schmal, dass es schon fast etwas mit Trailfahren auf der Strasse zu tun hatte. In Ehrwald genossen wir unser Mittagessen in einer gemütlichen Gartenbeiz. Frisch gestärkt führte unser Weg über den Namlossattel (1358m). Ich musste die neue Erfahrung machen, wie es sich anfühlt, wenn ein paar Watt fehlen, um an der Gruppe dranbleiben zu können. Die Letzten werden bekanntlich die Ersten sein. Auch heute hatte der Tourenplaner wieder ganze Arbeit geleistet, so dass wir zur Freude von Cédric von der Hauptstrasse rechts abbogen und einen Abstecher über eine 18% steile jedoch nur kurze Rampe nach Kelmen nahmen. In Kelmen mussten wir feststellen, dass es keinen Sinn machen würde, die Abfahrt auf der schmalen Strasse zu fahren, so dass wir wieder auf die Hauptstrasse zurückgekehrt sind. Die Abfahrt führte uns nach Stanzach ins Lechtal. Von Stanzach fuhren wir oder fast besser wir flogen tief über den Lechtal Radweg die letzten 20km Richtung Reutte. Dies war auch in den hinteren Positionen eine ziemliche Herausforderung, war der Radweg doch nur gerade 2m breit und nicht wirklich übersichtlich. Müde jedoch glücklich und zufrieden sind wir nach rund 140km wieder im Hotel angekommen.

Da sich die frühe Abfahrt am Samstag bewährt hat, hatten wir uns entschlossen, am Sonntag ebenfalls wieder um 09.00 Uhr loszufahren. Die Heimfahrt führte uns auf dem Lechtal Radweg Richtung Süden. So sind wir 50km dem asphaltierten Radweg gefolgt, immer neben der Lech und weg von der Hauptstrasse. Obwohl uns der Weg stetig zuerst dem Fluss, später dem Bach nach führte, wurde es nie langweilig. Mal breit, mal schmal, mal sehr schmal, mal rauf und mal runter, mal lange geradeaus, mal viele Kurven, der Radweg hat so einiges zu bieten. Ab Steeg führte unser Weg dann auf der Hauptstrasse weiter. Dabei sind uns die vielen Postautos mit den grossen Veloanhängern aufgefallen. So lassen sich viele mit dem Postauto nach Warth chauffieren und folgen danach mit dem E-Bike der Lech entlang Tal abwärts. Einige  weniger Routiniertere von uns fühlten sich wie Pogačar und Vingegaard, so sprinteten sie im Dorf Warth um den Bergpreis, um dann mit Schrecken feststellen zu müssen, dass bis zum Bergpreis noch 200 Höhenmeter fehlten. Die Erfahreneren von uns wussten den Berg gut einzuteilen und konnten so einen Totaleinbruch gerade noch verhindern. Auf dem Hochtannbergpass (1675m) gab es das obligate Gipfelfoto, bevor wir die Abfahrt in Richtung Bergenzerwald hinunterfuhren. In Mellau war dann die Zeit für unsere Mittagspause gekommen. Unser erfahrene Chauffeur Röbi kannte ein Hotel, wo er mal übernachtet hatte, und so steuerten wir direkt darauf zu. Nur leider wurden im Restaurant nur Hotelgäste bedient, wenigstens konnten wir unser Auto auf dem Parkplatz stehen lassen. Zum Glück gab es in der Nähe noch eine Pizzeria, genau das Richtige für uns. Mit viel Freude und Hunger auf Pizza und Pasta nahmen wir auf der Garten-Terrasse Platz. Dumm nur, dass auch bei unseren Nachbarn der Personalmangel angekommen war und wir uns mit einer kleinen Karte begnügen mussten. So gab es je nach Vorlieben Salat mit Gemüsequiche oder Bananen, Biberli und Energieriegel. Richtige Velofahrernahrung eben. Nach der ausgiebigen Mahlzeit nahmen wir das vermeintlich letzte Hindernis mit dem Bödele in Angriff. Jeder fuhr seinen eigenen Rhythmus berghoch. Zu meinem Erstaunen war ich nicht mehr allein, sondern David leistete mir Gesellschaft. Kurz vor der Passhöhe meinte David, ich wisse auch, wieso ich mich schone. Erst da habe ich bemerkt, dass sich David noch Körner für das Clubrennen von Dienstag sparen wollte. Nur für mich ging es beim besten Willen nicht schneller den Berg hoch 🙈. Die letzte Abfahrt nach Dornbirn und das Rollen nach St. Margrethen war dann nur noch Formsache.

Beim schönen Wetter war uns jedoch in St. Margrethen nicht nach dem Verlad ins Auto oder den Zug und so fuhren fast alle mit dem Velo bis nach Hause, was für uns rund 180km ergab. Felix fuhr bis Oberwangen nach Hause und weil der Tacho die Runde Zahl noch nicht anzeigte, führte ihn der Weg am Elternhaus vorbei bis zum Kloster und zurück so gab es für ihn zum ersten Mal 200km.

Wir durften wieder einmal eine herrliche 3-Tagestour geniessen, bei der auch das Wetter perfekt mitgespielt hatte. Ich freue mich bereits jetzt auf die Tour 2023.

Ein besonderer Dank geht an Röbi Buschor, der uns mit dem Fahrzeug begleitet hat. Röbi hat mir mitgeteilt, dass er jetzt 80 Jahre alt sei (was man ihm nicht anmerkt) und er uns das letzte Mal begleitet habe. All die letzten Jahre durften wir bis auf wenige Ausnahmen auf Röbi als Bergleitfahrer zählen. So hat er doch auch im Begleitfahrzeug einiges miterlebt. Im 2013: Grenzübertritt von Frankreich in die Schweiz auf illegalen Wegen. 2014: Silvretta Hochalpenstrasse im Schneefall, Kuhfladen-Slalom am Hahntennjoch, Personensuche im Lechtal und zu guter Letzt noch eine gesperrte Strasse trotz Mautgebühr. 2015: Pässe-Tour bei sehr kaltem Wetter im Engadin mit Stelvio und Co. 2018: Auf den Spuren der alten Militärradfahrer im Fribourgerland und dem UCI Sitz in Aigle. 2019: Balmberg mit 400 Höhenmeter Gefälle auf 2.7km! Im Jura durch schmale Wege und über Wiesen, die noch nie von einem Auto befahren worden sind. 2020: Mittelland und Gurnigelpass. Oftmals musste Röbi seinen Weg neu planen und umkehren, weil die Strasse zu schmal wurde, ein Fahrverbot kam oder wir Velofahrer kurz vor dem Zusammentreffen wieder auf einen schmalen Pfad abgebogen sind. Trotz allen Widrigkeiten konnten wir uns immer auf Röbi verlassen, gut gelaunt und mit einem Lachen im Gesicht empfing er uns jeweils am nächsten Treffpunkt. Röbi, vielen herzlichen Dank für deinen Einsatz, du hast es immer super gemacht!

Für die nächste Austragung benötigen wir einen neuen Begleitfahrzeug Fahrer oder Fahrerin. Wie ihr lesen könnt, sind die Anforderungen enorm und die Herausforderung gross. Bewerbungen dazu nehme ich gerne entgegen. Ein Erlebnis wird es garantiert!

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