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«Rund um Uzwil» – Radsport  pur

Am kommenden Sonntag 28. August findet in Oberuzwil die vierte Austragung von «Rund um Uzwil» statt. Von 9 bis 17 Uhr messen sich 11 Kategorien in acht verschiedenen Rennen auf der 8 Kilometer langen Rundstrecke. Für Kids wird ein Geschicklichkeitsparcours angeboten.

Während das Rennradfahren wieder im Trend ist, gerade auch bei Frauen, gibt es in der Ostschweiz fast keine Strassen-Radrennen mehr. Die Radsportvereine kämpfen um neue Mitglieder, und als indirekte Folge sind viele traditionelle Veranstaltungen verschwunden. Der RMV Uzwil als langjähriger Veranstalter von Radrennen (früher «Rund um den Bühler») hält immer noch dagegen. Zum vierten Mal seit 2015 wagt sich der Verein an die grosse Aufgabe, «Rund um Uzwil» zu veranstalten. Wieso funktioniert es in Uzwil noch?

OK-Präsident Peter Kuhn nennt hierfür fünf Gründe:

Dass das Uzwiler Team etwas Besonderes ist, zeigte sich exemplarisch 2020. Der ursprüngliche Termin anfangs Mai war wegen des Lockdowns kurzfristig ausgefallen. Anstatt aufzugeben, blieb man aber dran und fand im günstigen Zeitraum nach den Sommerferien ein Zeitfenster für das Rennen und stellte kurzfristig ein wegweisendes Covid-Schutzkonzept auf die Beine. Das Rennen in Uzwil war 2020 letztendlich das einzige nationale Strassenrennen in der ganzen Deutschschweiz.

Attraktive Strecke

Ein Erfolgsfaktor ist auch die Rennstrecke. Der acht Kilometer lange Rundkurs mit total 128 Höhenmetern ist attraktiv und fair und seit 2015 unverändert. Start und Ziel befindet sich an der Morgenstrasse in Oberuzwil auf der Höhe der Einmündung der Rosenbühlstrasse. Die Hauptschwierigkeiten der Strecke sind die stufenartige Steigung nach Bichwil und vor allem die 300 Meter lange und durchgehend 10 Prozent steile Morgenstrasse zum Ziel, welche je nach Kategorie bis zu 13 Mal bewältigt werden muss. Dank eines Umfahrungskonzepts, dem Einsatz eines professionellen Sicherheitsdienstes und zusätzlichen 60 Streckenposten wird die gesamte Strecke verkehrsfrei und sicher gehalten. Anwohner und Verkehrsteilnehmer sind gebeten, die Signalisationen und Anweisungen der Streckenposten unbedingt zu befolgen.

Wichtiges Nachwuchsrennen

Im Gegensatz zu 2020, als sich kurzfristig Michi Albasini um einen Start bemühte und dann das Hauptrennen (und sein letztes Schweizer Rennen überhaupt) souverän für sich entschied, fehlt (noch) ein jedermann bekannter Name auf der Startliste der Kategorie Herren Elite (Start 14h10). Das ist aber auch nicht das vorgängige Ziel der Veranstaltung, sondern es geht hauptsächlich um Nachwuchsförderung. Die sechs besten Schweizer U23-Rennfahrer, die vor dem Sprung in die Weltelite stehen, sind derzeit nicht in Uzwil, sondern in Frankreich an der Tour de l’Avenir im Einsatz. Dennoch sind die Felder bereits jetzt gut gefüllt, auch bei der Kategorie Herren U17 (Start 11h45) und Schülerinnen und Schüler (drei Kategorien ab 10h30). Je nach Wetter wird es auch bei den Hobbyfahrern (Start 9 Uhr) noch diverse Nachmeldungen geben. Interessant wird es sein, ein zwei Jahre später die Ranglisten zu studieren. Dann wird man wieder sehen, dass es einige Teilnehmer zwischenzeitlich ganz nach vorne geschafft haben, so wie in den letzten Jahren Stefan Küng, Silvan Dillier, Gino Mäder, Stefan Bissegger und Mauro Schmid.

Frauen haben eigenes Rennen

Erstmals seit 2012 fahren die Frauen ein eigenes Rennen in zwei Kategorien, Frauen Elite (ab 19 Jahren) und Frauen B (U19 und U17). Während der internationale Frauenkalender sich demjenigen der Männer langsam annähert, mehr und mehr Fahrerinnen in World Tour Teams vom Radsport leben können und die Schweiz mit Marlen Reusser und Elise Chabbey zwei Ausnahmeathletinnen hat, ist im nationalen Rennkalender noch nicht viel von Aufschwung zu sehen. Exemplarisch die Tour de Suisse Women, wo die MTB-Fahrerinnen das Schweizer Fähnlein hochhielten. Reusser und Chabbey waren allerdings nicht am Start. Der RMV Uzwil hofft, mit dem Angebot der Frauenrennen (Start um 11h48 Uhr) den Frauenradsport konkret zu fördern.

Ein Septett vom RMV Uzwil

Vom RMV Uzwil startet Pascal Tappeiner aus Züberwangen bei den „Grossen“ in seiner ersten Amateursaison. Er fokussiert sich derzeit hauptsächlich auf die Bahn (Junioren-Vizeweltmeister im Omnium 2021) und hat in Oerlikon kürzlich als Steher debütiert. Vor dem Uzwiler Heimpublikum möchte er sich aber sicherlich gerne vorne zeigen.

In der Kategorie U17 sind gleich zwei Uzwiler am Start. Cédric Eilinger aus Züberwangen möchte nach Krankheit und Verletzungen in erster Linie wieder einmal ein Rennen fertig fahren. Sein Klubkollege Felix Steiner aus Oberwangen war in Uzwil schon als Schüler auf dem Podest, aber die Konkurrenz in diesem Rennen ist gross, und ein Resultat in den Top Ten wäre bereits ein Erfolg.

Bei der Funkategorie starten gleich vier Rennfahrer in den Uzwiler Farben. Mit Yosief Desta (22) und Florian Finschi (18) zwei Youngsters, wohingegen Reto Gmünder (42) und Armin Bissegger (58) schon eher zu den Senioren zählen. In dieser Kategorie sind Nachmeldungen nach wie vor möglich!

Geschicklichkeitsparcours

Parallel zu den Rennen können Kids bis ca. 12 Jahre auf dem roten Platz bei der Mehrzweckanlage Oberuzwil den KidsBikeParcours (Geschicklichkeitsparcours) absolvieren (11 bis 14 Uhr). Dieser ist gratis und es ist keine Voranmeldung nötig, einzig das eigene Velo o.ä. ist mitzubringen.

Weitere Informationen zu den Rennen und den Link zur Anmeldung findet man unter www.rmvuzwil.

1             Streckenplan mit Meterangaben von «Rund um Uzwil»

2              Höhenprofil von «Rund um Uzwil»


3             2020 war bei misslichen Bedingungen mit Michi Albasini (in Führung) ein internationaler Star am Start (Foto Emilie Lienhard)

4             Michi Albasini hielt sich 2020 ans Social Distancing und erreichte das Ziel solo vor Matthias Reutimann und Antoine Aebi (Foto Emilie Lienhard)

5             Für die Kids wird ein Geschicklichkeitsparcours angeboten (Foto Emilie Lienhard)